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Wissenswertes

Informativ - News - Empfehlungen 

„ Augen auf beim Futterkauf “

Eine gewisse Sachkenntnis vom Tierhalter als auch vom Hersteller von Futtermitteln ist enorm wichtig um die Gesunderhaltung des Partners Pferd zu gewährleisten. Nicht selten findet man überversorgte Tiere, die Konsequenz daraus können akute oder chronische Krankheiten sein. Stoffwechselkrankheiten bei Pferden sind heutzutage leider weit verbreitet. Die Bandbreite an Zusatzfuttern, Müslis, Mineralfuttern, etc. ist mittlerweile enorm. Es landen immer mehr skurrile Zutaten im Futter, der Verbraucher verliert den Überblick und wird verunsichert. Die richtige Ernährung eines Pferdes hängt von unendlich vielen verschiedenen Faktoren ab - Ernährung ist eigentlich fast schon ein Buch mit sieben Siegeln.

- Ginkgo -
 

Umstritten ist das Zufüttern von Ginkgoblättern. Ginkgo enthält das Gift Ginkolsäure, dieses sollte den Blättern vor der Vermarktung entzogen werden, allerdings sind einige Werte dennoch bei einer Überprüfung zu hoch ausgefallen. Ginkgobäume stehen in vielen Gärten oder Grünanlagen, die Blätter sollten jedoch nicht an Pferde verfüttert werden. Ginkgo würde ich persönlich nur als Tinktur (Kräuterauszug) verabreichen.

- Beinwell -
 

Beinwell ist eine großartige Heilpflanze - allerdings nur

äußerlich angewandt! Beinwellkraut enthält Pyrrolizidinalkaloide, welche in der Leber in Gift umgewandelt werden. Es wurde bei Tierversuchen nachgewiesen, dass

Beinwell Leber- und Blasenkrebs auslösen kann. Jakobskreuzkraut enthält ähnliche Giftstoffe! Die Gifte bleiben in diesen beiden Pflanzen auch nach der Trocknung erhalten. Es gibt einige Futtermittelbertreiber die Beinwellkraut- und Wurzeln als Zusatzfutter für Pferde anbieten, was ich persönlich niemals füttern würde - es gibt genügend andere überragende Heilkräuter ohne giftige Substanzen.

- Leinöl -
 

Leinöl enthält wertvolle Omega-3 und Omega-6-Fette, Lecithin, Vitamin E, etc. Es führt anders als Olivenöl / Distelöl / Kokosöl nicht zu einer Fettleber und ist das beste Öl in der Pferdefütterung. Da Vitamin E lichtempfindlich ist, sollte die Flasche des Leinöls (am besten aus Glas) dunkel sein. Leinöl verdirbt allerdings sehr schnell, es wird bitter und ranzig. Oxidiertes (ranziges) Fett (Fettsäuren) sind extrem krebsfördernd und krankmachend! Ab Herstellung (was bei guten Herstellern immer angegeben wird) ist Leinöl ca. 2-4 Monate haltbar. Es sollte immer kühl aufbewahrt werden (am besten im Kühlschrank), und innerhalb kurzer Zeit (maximal 2-3 Wochen) aufgebraucht werden.

- Mineralfutter -
 

Ein weiteres sehr schwieriges Thema ist das Auswählen des passenden Mineralfutters. Hier gibt es gravierende Unterschiede in den Zusammensetzungen (und den Kosten). Man sollte auf jeden Fall vergleichen.

Ich möchte hier nur mal einen kleinen Denkanstoß geben…

 

Einige Punkte kann jeder Pferdebesitzer selbst durchdenken:

  • Wieviel Heu bekommt das Pferd am Tag? Im Heu stecken je nach Qualität viele wichtige Nährstoffe, Vitamine und vor allem Eiweiß. Pferde oder Ponys die auf Dauerdiät sind und weniger Heu bekommen, brauchen demnach etwas mehr Mineralfutter.

  • Wieviel Bewegung hat das Pferd am Tag? Sportpferde die jeden Tag viel leisten müssen haben einen höheren Bedarf an Mineralfutter als Freizeitpferde die dreimal in der Woche bewegt werden. Pferde verlieren durch den Schweiß wertvolle Mineralien!

  • Wieviel Krippenfutter und/oder Saftfutter bekommt das Pferd täglich? Auch Müslis haben in der Regel Mineralzusätze. Bekommt das Pferd noch Karotten, Äpfel, rote Beete etc. hat es dadurch auch einen Teil seines täglichen Vitaminbedarfs gedeckt.

  • Wieviel Weidegras nimmt das Pferd täglich zur sich? In frischem Gras und Wiesenkräutern stecken ebenfalls Vitamine und Mineralstoffe.

Die Grundnahrung eines Pferdes sollte deshalb aus Heu, Stroh (in Maßen ein sehr gesundes Rauhfutter, gerade bei Pferden auf Diät), frisches Weidegras, Hafer (oder anderes Krippenfutter), Kräutern und ab und zu frischem Saftfutter bestehen. Mineralfutter ist durchaus wichtig, aber man kann mit einer Überdosierung an Vitaminen und Mineralstoffen auch viel Schaden anrichten. Hier wäre der Rat „weniger ist mehr“… Natürlich sind die Ansprüche im Sommer und Winter nochmals unterschiedlicher, was die Sache noch komplizierter macht.

Alle Nährstoffe greifen wie ein Zahnrad ineinander, man kann den Stoffwechsel schnell durcheinander bringen. Angenommen ein Pferd bekommt ein gutes Mineralfutter, dazu noch ein Präparat für feste Hufe (welches übrigens auch aus teilweise hochdosierten Mineralien besteht - je nach Hersteller), dann noch etwas Biotin und schon ist das Ganze nicht mehr im Gleichgewicht. Auch ein Blutbild ist leider immer nur eine Momentaufnahme und sehr schwierig auszuwerten, da dies von sehr vielen Faktoren abhängt um eine genaue Aussage machen zu können. Ich würde jedem raten, der nicht sicher ist wieviel für das Pferd denn nun sinnvoll ist, den Tierarzt seines Vertrauens um Rat zu fragen.

- Ganze Samen oder Körner in der Pferdefütterung -
 

Viele schwören auf das gute Öl, dass in Schwarzkümmelsamen steckt - zu Recht. Der Verdauungstrakt ist nur leider nicht in der Lage ganze Samen aufzuspalten, sodass die guten Inhaltsstoffe den Magen-Darm-Trakt durchwandern und genauso wieder rauskommen wie sie reingekommen sind - im Ganzen. Man kann das auch gut beobachten wenn man dem Pferd ganze Haferkörner füttert: Die unzerkauten Körner kann man deutlich in den Pferdeäpfeln wiederfinden. Deshalb gilt -> wer die Inhaltssoffe von Samen oder Körnern nutzen möchte sollte diese vorher unbedingt schroten oder mahlen, wenn möglich frisch.

- Muskelaufbau -
 

Um Muskeln aufzubauen benötigt es 3 "Zutaten" ...

Eiweiß - Aminosäuren - Bewegung

Nur wenn alle 3 Bausteine zum Muskelaufbau gegeben sind wachsen die Muskeln, dass ist nicht nur beim Pferd so. Ein Bodybuilder braucht eine gewisse Zufuhr an Eiweiß und Aminosäuren - sonst bringt das ganze pumpen nichts…

Eiweiß liefert dem Pferd das tägliche Heu, es enthält 7-10% Eiweiß (je nach Qualität). Ein Pferd mit 600kg Lebendgewicht bekommt durchschnittlich 13kg Heu, das macht ca. 1,2kg Eiweiß. Aminosäuren sind Bausteine von Proteinen (Eiweißen), diese kann der Körper nicht selbst herstellen und sie müssen zugefüttert werden. Sie stecken vor allem in Algen wie Spirulina oder Chlorella - ca. 19 verschiedene Aminosäuren wurden in den kleinen Algen entdeckt - sie helfen somit maßgeblich beim Muskelaufbau! Auch die wunderbare Brennnessel enthält Eiweiß und Aminosäuren. Bewegung bekommt das Pferd beim Training.

Aber Vorsicht: Bei einer Überversorgung mit Eiweiß können Muskeln sogar abgebaut werden. Es ist wichtig zu wissen wie hoch der Eiweißbedarf des eigenen Pferdes ist. In der Regel benötigt ein Pferd mit 600kg LG bei durchschnittlicher Belastung ca. 800g Eiweiß täglich - dies wird durch die Heuration ausreichend abgedeckt. Sicher kann Ihnen Ihr Tierarzt hier weiterhelfen.

Muskelaufbau Pferd
Muskelaufbau Pferd
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